Rund eine Woche ist vergangen seitdem die Osterferien trauernd abgeklungen sind und in jener kurzen, doch auslaugenden Zeit, die seitdem verstrichen ist, hat sich die gräuliche, omnipräsente Wolkendecke, die über meinem Kopf floriert, zusehends verdichtet. Der lähmende Alltag ergreift allmählich Besitz über mich und meinen Schaffenswillen und lullt mich lächelnd ein in seine verhängnisvolle Daunendecke. Es gilt, die Alltags Depression nicht in eine Vollzeit Depression ausarten zu lassen und so erinnerte ich mich an ein Lied, welches bei weitem nicht nur Gutes in mir weckt, doch welches stets da war als es regnete und auch, als es, so wie in diesem Augenblicke, nur seicht tröpfelte.

The Amity Affliction – I Heart H.C. von dem 2012 erschienenem Album ‘Chasing Ghost”.

Eigentlich erregte dieser Song zunächst nur durch das oben aufgeführte Video meine Aufmerksamkeit, denn passte es zu gut zu der ständigen Melancholie in der ich mich bewegte. Ich fing an seine Lyrics zu lesen, welche ganz im Stil TAA’s, keinen sonderlich ausgefeilten Pathos enthielten sondern lediglich auf den Punkt brachten, was auf den Punkt gebracht werden sollte. Der Text schaffte es überraschenderweise mich, trotz der eher dunklen Atmosphäre der ihn umgebenden Instrumentalisierung, aufzuheitern, indem er es durch puren Realismus schaffte, Suizid (und den darauf folgenden Tod im Allgemeinen), zu deromantisieren.

“So when you leave this earth, when your heart stops you’ll see,
There’s no choir of angels there’s no gods to meet.”

– The Amity Affliction

Ich bewegte mich zu jener Zeit in den für mich unpassenden und wahrlich schädlichen Gefilden des Internets, welche ein derart verzerrtes Licht auf das Thema Suizid und Depressionen in genere warfen, dass dieses Licht mich bis in die hinterletzten Winkel meines Seins erfüllte und mich mit großen, hetzenden Schritten gen Abgrund trieb. Dieser Song stellte einen Perspektivenwechsel für mich da. Er kontrastierte, mit mir ungewohnter und durchaus klarer Rhetorik, jene Gehirnwäsche, der ich mir freiwillig, doch beim besten Willen nicht wissentlich unterzog und half mir so dabei, jenen unsichtbaren Händen zu entfliehen.

Das besagte Album findet ihr auf Amazon ebenso wie die Single an sich.

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